Der US-Privatsektor hat im Juli 162‘000 neue Jobs geschaffen. Die Tatsache, dass die Arbeitslosenquote auf den tiefsten Stand (7,4%) seit fast fünf Jahren fiel, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die träge Erholung der Wirtschaft sich im vergangenen Monat weiter abgeschwächt hat.
Ausserdem waren mehr als die Hälfte
der neuen Arbeitsplätze im Einzelhandel und in den Restaurants, wo der Lohn pro
Stunde im Durchschnitt weniger als 20$ beträgt. Und es handelt sich dabei
vorwiegend um Teilzeitarbeit (part time
jobs).
Die US-Privatwirtschaft hat
(ausserhalb der Landwirtschaft) hat seit Jahresbeginn im Durchschnitt pro Monat
192‘000 neue Stellen geschaffen. Es gibt aber 6,6 Millionen Arbeitnehmer, die einen
neun Job wollen, aber aktiv keinen suchen, und folglich in der Statistik der
Arbeitslosigkeit nicht erscheinen, wie das WSJ in einem lesenswerten Artikel („Low pay clouds job growth”) berichtet. Die Zahl der Amerikaner, die erwerbstätig sind oder eine Arbeit
suchen, ist im Juli um 37‘000 gesunken. Die Erwerbsbevölkerung bleibt damit in der Nähe eines
drei Jahrzehnt-Tiefs.
Unternehmen, die Arbeitnehmer
anstellen, sind Industrien, wo der Umsatz nicht ohne zusätzliche Mitarbeiter
gesteigert werden kann. In solchen Sektoren werden i.d.R. niedrigere Löhne
gezahlt.
Seit einigen Jahren zählen
Einzelhandel, Restaurants, Hotels und Zeitarbeit-Agenturen zu den Branchen mit
schlechter Bezahlung, worauf mehr als 40% des Zuwachs an Arbeitsplätzen
entfällt. Viele solche Arbeitsplätze sind Teilzeit geteilt. Der Anteil der
Amerikaner, die in part time arbeiten, ist im Verlauf der Rezession deutlich stark
gestiegen.
US Erwerbsquote, Graph: FRED Fed St. Louis
Die Verbreitung von
Niedriglohnjobs führt zu einem anämischen Wachstum des Einkommens. Die
durchschnittlichen Stundenlöhne sind im Juli in Vergleich zum Vorjahr um weniger als 2% gestiegen.
Im Ergebnis werden Amerikaner mit dem Job und dem Lohnwachstum zunehmend frustiert.
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