Es ist ein offenes Geheimnis, dass Angela Merkel
sich wie eine europäische Kanzlerin verhält. Aber es ist auch offensichtlich,
dass die deutsche Kanzlerin das besondere Augenmerk auf die deutschen
Interessen richtet, wie Ashoka Mody
in einem lesenswerten Beitrag („Europe
after Merkel“) in Project Syndicate
beschreibt.
Wenn beispielsweise der italienische
Ministerpräsident Matteo Renzi „Flexibilität“ bei den europäischen
Haushaltsregeln sucht, wendet er sich immer noch an Merkel. Die britische
Premierministerin Theresa May stattet ihren ersten Besuch Berlin ab.
Aber wer auch immer der nächste deutsche Kanzler
wird, er oder sie wird weder von den Deutschen noch von den Europäern als
europäischer Kanzler akzeptiert werden, argumentiert der an der Princeton University lehrende
Wirtschaftsprofessor weiter.
Und das ist gut so, weil (1) die dummen
EU-Haushaltsregeln leichter ignoriert werden können und (2) ein Deutscher als europäischer
Kanzler Europa nur noch weiter entzweien würde, so Mody weiter.
Auf Twitter sendet mir Mody mit Nachdruck eine zusätzliche Bemerkung, dass Fiskal-Regeln ökonomisch dumm und politisch zerstörerisch
sind.
Der Verlauf des realen BIP im Vergleich, Graph: Peter Praet, EZB, Oct 6, 2016






