Die EU-Bürokraten, die die Unterschrift unter dem
Stabilitäts- und Wachstumspakt tragen, behaupten bekanntlich, dass die
Staatsausgaben (austerity) gekürzt
werden müssen, um die EU aus der Krise zu führen, weil es keine andere
Möglichkeit gibt.
Begründung: Die Krise ist durch unverantwortliche
Haushaltsführung (*) zustande gekommen. Die Antwort darauf sei
Haushaltskonsolidierung (fiscal
consolidation)
Steve
Keen hält entgegen. Der an der University
of Western, Sydney lehrende Wirtschaftsprofessor vertritt in einem
lesenswerten Artikel („Why Europe’s austerity experiment is doomed
to fail“) die Ansicht, dass es v.a. auf die private Verschuldung ankommt.
Es sei die Dynamik der Verschuldung des Privatsektors,
die die Volkswirtschaft treibt. Die öffentliche Austeritätspolitik hingegen sei
zum Scheitern verurteilt, weil die harschen Sparmassnahmen den Privatsektor zum
anhaltenden Schuldenabbau (deleveraging)
zwingen.
Das von der EU auferlegte Sparprogramm sei dafür
verantwortlich, warum Griechenland
und Spanien heute eine Great Depression erleben. Es sei ein
klassisches Eigentor der von der Mainstream-Ökonomie besessenen Bürokraten in
Brüssel, so der australische Experte für die Debt-Deflation-Problematik.
Fazit: Sparen die privaten Haushalte, steigt die
Schuldenquote. Die Wirtschaft schrumpft mehr das Haushaltsdefizit.
Staatsverschuldung (im Verhältnis zum Volkseinkommen) der
USA und Griechenland im Vergleich, Graph:
Prof. Steve Keen