Der IWF hat in einem in der vergangenen Woche vorgelegten Bericht („Greece: Ex Post Evaluation“) über die Massnahmen zur Rettung Griechenlands Fehler eingeräumt. Die IWF-Analysten weisen im Bericht auf die Mängel des Massnahmen-Pakets für Griechenland hin, die im Blog NMTM nun kurz und prägnant zusammengefasst wurden.
Es fragt sich aber, warum die EU
bzw. die EZB nicht bereit sind, Fehler einzugestehen. Schliesslich besteht die
Troika aus dem IWF, der EU und der EZB. Die harsche Austeritätspolitik ist
kläglich gescheitert. Es wurde eindeutig mehr Schaden angerichtet als Nutzen
gestiftet.
Was sich im Jahr 2010 in Sachen Griechenland abgespielt hat, ist andererseits
nicht nur für die Eurozone entscheidend, sondern auch für Grossbritannien und
die USA, bemerkt Simon Wren-Lewis in
seinem Blog. Es gab zwei mögliche
Antworten auf die wahren Zahlen der fiskalischen Situation Athens, hebt der an
der Oxford University lehrende Wirtschaftsprofessor
hervor: Schuldenerlass und Zahlungsausfall (default).
Vor allem die Banken haben sich
gegen den Fall „default“ gestellt, mit Druck auf die Politik, sodass am Ende zu
einer Übertragung eines grossen Anteils der griechischen Schulden aus dem
privaten Sektor an den öffentlichen Sektor im Rest der Eurozone gekommen ist.
Und eine lähmende Austeritätspolitik wurde Griechenland aufgezwungen.



