Der internationale Derivatehändlerverband (ISDA) hat entschieden, dass die Umschuldung Griechenlands kein Kreditereignis (credit event) darstellt.
Damit werden die CDS (Kreditausfallversicherung) auf griechische Staatsanleihen (vorerst) nicht fällig. Die Gläubiger haben m.a.W. keinen Anspruch auf Zahlungen (d.h. Versicherungsleistungen).
Dienen aber diese Produkte (CDS: credit default swaps) nicht dazu, die Gläubiger im Fall eines Zahlungsausfalls zu entschädigen?
Barry Ritholtz erklärt in seinem Blog die Vorgeschichte.
Das Gesetz über die Warentermingeschäfte (Commodity Futures Modernization Act) wurde im Jahr 2000 von Phil Gramm, dem Senator aus Texas aus Gefälligkeit zu seiner Frau Wendy durch den Kongress verabschiedet. Wendys Ziel war, Vorstandsmitglied bei Enron, mit Energie-Derivate ohne Aufsicht zu handeln. Das Gesetz wurde praktisch ungelesen durch den Kongress und seine Mitarbeiter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton vorgelegt. Clinton hat CFMA Act auf Rat seines Finanzministers Lawrence Summers unterzeichnet.
Das CFMA hat den Handel mit Derivaten radikal dereguliert. Das neue Gesetz hat das alte Gesetz CEA (Commodity Exchange Act) von 1936 ersetzt, um Derivate-Transaktionen von Vorschriften entweder als „Futures“ unter dem CEA oder „Wertschriften“ unter den US-Wertpapiergesetzen zu befreien.
Ferner hat das CFMA insbesondere CDS (Credit Default Swaps) und andere derivative Produkte aus der Regulierung durch jede bundesstaatliche Versicherungsbehörde oder Regulatoren ausgenommen.