Die Handlung findet im Euro-Raum statt, einer Währungsunion in Europa. Die Union ist in 27 Distrikte (EU-Mitglieder) unterteilt. Jährlich werden sog. Leistungsbilanz Spiele veranstaltet. Dabei werden jeweils zwei sog. Tribute aus jedem Distrikt ausgelost und in eine künstlich umgestaltete Konkurrenz ausgesetzt: Wettbewerbsfähigkeit (rat race).
Diese wird von der herrschenden
Lehre „Effizienzmarkt-Hypothese (neoclassical
economics) aktiv unterstützt. Das Ziel ist es, die Mitstreiter zu töten,
damit man selbst als Sieger aus den Spielen hervorgeht und am Ende eine
Belohnung in Form von Exporten bekommt. Die Veranstaltung ist eine
Machtdemonstration des Kapitols (Deutschland), um seine Überschüsse in der
Leistungsbilanz mit Zähnen und Klauen zu verteidigen.
Das ist natürlich eine Fiktion, inspiriert durch den Film Hunger Games. Aber die Ähnlichkeiten mit realen Gegebenheiten im Euro-Raum sind
verblüffend. Die Debatte über die Ungleichgewichte in Europa hat durch den
kürzlich veröffentlichten Bericht des US-Schatzamtes an den US-Kongress einen neuen Wendepunkt bekommen.
Das amerikanische
Finanzministerium hält fest, dass Deutschland, während die EU-Peripherie mittlerweile
ihre Defizite deutlich reduziert hat, nach wie vor auf die Exportwirtschaft
setze und die Binnennachfrage vernachlässige. Das heisst, dass die Last der
Anpassung im Euro-Raum einseitig auf den Schultern der Peripherie-Staaten
getragen werde.
Leistungsbilanz in Prozent des BIP: Deutschland versus
Spanien, Graph: Prof. Paul Krugman






