Es ist ein offenes Geheimnis, dass China auf einem riesigen Berg an US-Staatsanleihen sitzt. Die Chinesen haben weltweit die meisten US-Treasury Bonds: ca. 1‘000 Mrd. USD. China kauft nämlich mit seinen umfangreichen Devisenreserven US-Staatsanleihen. Es handelt sich dabei im Grunde genommen nicht um eine Investition, sondern mehr oder weniger eine politische Entscheidung. Die US-Staatsanleihen gelten weltweit als sicher, liquide und hochwertig.
Im Sog des aktuellen
US-Haushaltsstreits macht wieder die Vorstellung die Runde, dass China das Vertrauen in Obama-Regierung verlieren
und auf einen Schlag alle US-Staatspapiere abstossen könnte.
Ist das US-Schatzamt nun alarmiert,
um negative Auswirkungen auf die US-Wirtschaft abzuwenden? Ein plötzlicher
Verkauf der Anleihen würde die Zinsen der Erwartung nach durch die Decke
schiessen lassen und auf der ohnehin angeschlagenen US-Wirtschaft lasten.
Ist es aber so? Nein. Die
kurzfristigen Zinsen werden in den USA durch die Fed bestimmt. Etwas unklar ist
die Vorstellung, wie die langfristigen Zinsen durch den Verkauf von US-Bonds
tangiert werden sollen. Denn die langfristigen Zinsen bestehen aus drei Komponenten: (1)
Inflationserwartungen, (2) Erwartungen in Bezug auf die kurzfristigen
Realzinsen und (3) Laufzeitprämie.
Selbst wenn China’s Beschluss,
seine Bestände an US-Treasury Bonds wesentlich abzubauen, auf den Kurs der
Anleihen am langen Ende der Ertragskurve einen Dämpfer auslösen würde, könnte
die Fed in die Bresche springen, mit mehr QE-Politik und dem Ankauf von
Anleihen (*).





