Allan Meltzer behauptet in einem Artikel („A Look at the Global One Percent“) in WSJ, dass der Anstieg der Ungleichheit in den USA einen Anstieg der Ungleichheit in anderen Ländern widerspiegelt.
Meltzers Hauptargument ist also, dass Top 1% seinen Anteil am nationalen Einkommen so ziemlich überall auf der Welt erhöht habe und dass die Ursachen dafür in globalen Trends gesucht werden sollten.
Daron Acemoglu und James Robinson erklären (h/t to Mark Thoma) in einem Artikel („Is the One Percent the Same Everywhere?“) als Antwort darauf, warum die Behauptung nicht stand hält. Es stimme, dass es wichtige globale Trends gebe, aber nichts davon sei (sehr) umstritten, schreiben Acemoglu und Robinson.
Aber Meltzer behauptet mehr als dies, dass z.B. diese Trends den Anstieg des Anteils des obersten 1% in den USA ausmachen. Dies ist viel umstrittener.
Erstens ist das Buch („Top Incomes in the Long Run of History“) über den Anteil des obersten 1%, das von Anthony Atkinson, Thomas Piketty und Emmanuel Saez geschrieben worden ist, eine sehr sorgfältige und gewissenhafte Arbeit. Die Autoren zeigen, dass die USA (zu einem gewissen Grad auch Grossbritannien) sich von anderen Ländern in Bezug auf das Aussmass des Aufstiegs des Top 1% Prozents des Volkseinkommens deutlich unterscheiden.
Anteil des Top 1% am Einkommen, Graph: Daron Acemoglu und James Robinson




