Bankers auf beiden Seiten des Atlantiks betreiben heftiges Lobbying gegen eine stärkere Regulierung. Die Behörden in verschiedenen Ländern zögern, die Regulierung zu stärken, als ob die Krise nie passiert wäre, schreiben Anat Admati und Martin Hellwig in einem lesenswerten Essay („Battle to regulate banks has just begun“) in FT. Die Europäische Kommission selbst zögert, Basel III in vollem Umfang umzusetzen. In dieser Debatte wird vielfach argumentiert, dass der globale Wettbewerb ein „level playing field“ erfordert.
Das „level playing field“-Argument („faire Wettbewerbsbedingungen“) ist ungültig, unterstreichen die Ökonomen. Wenn Banken der Wirtschaft eines Landes Kosten und Risiken auferlegen, ist das Land besser daran, wenn es Regeln gibt, die die Risiken und die Kosten limitieren, auch wenn andere Länder nicht mitziehen.
Die globale Wirtschaft ist nicht ein sportliches Ereignis, wo die Athleten eines Landes so viel wie möglich Medaillen gewinnen sollen, sondern ein System zum Austausch von Waren und Dienstleistungen, halten Admati und Hellwig fest. In diesem System sind die wettbewerbsbedingten Erfolge der Banken und die wettbewerbsbedingten Ausfälle der Unternehmen in anderen Branchen zwei Seiten derselben Medaille. Ein Land exportiert Finanzdienstleistungen und importiert andere Güter nach Massgabe seines komparativen Vorteils.