Paul Krugman befasst sich in seiner lesenswerten Kolumne am Montag in NYT („Lobbyists, Guns and Money“) mit der zunehmenden Korporatisierung des politischen Lebens und deren weitreichenden Konsequenzen.
„Floridas „Stand-your-Ground“-Gesetz, welches Ihnen erlaubt, auf jemanden zu schiessen, wenn Sie sich bedroht fühlen, klingt verrückt. Und es ist so“, bemerkt der Träger des Wirtschaftsnobelpreises. Es ist verlockend, dieses Gesetz als das Werk von ungebildeten Hinterwäldlern abzuqualifizieren. Aber es gibt ähnliche Gesetze im ganzen Land, vorangetrieben nicht von ungehobelten Hinterwäldnern, sondern von grossen Konzernen.
Insbesondere ist die Wortwahl einer Vorlage, die von American Legislative Exchange Council dem Gesetzgeber vorgestellt wird, mit dem Florida-Gesetz praktisch ähnlich.
Was ist ALEC? Trotz Behauptungen, dass es überparteilich ist, ist es eine Organisation der konservativen Bewegung, finanziert von den üblichen Verdächtigen: Die Kochs, Exxon Mobil, und so weiter. Im Gegensatz zu anderen solchen Gruppen nimmt die Bewegung nicht nur Einfluss auf die Gesetze, sondern schreibt sie buchstäblich, und liefert die fertige Gesetzesvorlage an die Gesetzgebung.
Viele ALEC-Gesetzesentwürfe verfolgen konservative Ziele: Zerschlagung von Gewerkschaften, Untergrabung von Umweltschutz, Steuererleichterungen für Unternehmen und Reiche. ALEC scheint jedoch ein besonderes Interesse an der Privatisierung zu haben, an der Verwandlung von öffentlichen Dienstleistungen, von Schulen bis zu Gefägnissen, in gewinnstrebende Unternehmen. Und einige der prominentesten Nutzniesser der Privatisierung sind an der Organisation selbst mitbeteiligt, hält Krugman fest.


