„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass die Bildung der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg ist. Jeder weiss, dass die Arbeitsplätze der Zukunft immer höhere Geschicklichkeit benötigen“, schreibt Paul Krugman in seiner lesenswerten Montagskolumne („Degrees and Dollars“) in NYT. „Aber was jeder weiss, ist falsch. Die Idee, dass die moderne Technologie nur Hilfsarbeit eliminiert, dass die gut ausgebildeten Arbeitskräfte klare Gewinner sind, mag beliebte Diskussionen dominieren, aber es ist eigentlich seit Jahrezehnten nicht mehr aktuell“, hält der Träger des Wirtschaftsnobelpreises (2008) fest. Tatsache ist, dass seit 1990 oder so der US-Arbeitsmarkt nicht durch einen allgemeinen Anstieg der Nachfrage nach Geschicklichkeiten gekennzeichnet ist, sondern durch „Aushöhlung“ (hollowing out): Beide Hochlohn- und Niedriglohn-Beschäftigung sind rasch gewachsen. Aber Mittellohn-Arbeitsplätze (die Art der Jobs, auf die gebaut wird, um eine starke Mittelschicht zu fördern) hinken hinterher, beschreibt Krugman. Und die Lücke in der Mitte wird immer grösser.
Vorhersagen des Task-Modells für die Auswirkungen der Computerisierung auf vier Kategorien von Aufgaben am Arbeitsplatz, Graph: David Autor, Frank Levy, Richard Murnane: “The Skill Content of Recent Technological Change: An Empirical Exploration“, 2003.


