Donnerstag, 17. September 2009

Israel’s internationale Investment Positionen

Der Wert der Asset Portfolios israelischer Bewohner im Ausland ist in der ersten Jahreshälfte Angaben der BoI zufolge um rund 9,5 Mrd. $ (+5%) auf fast 199 Mrd. $ gestiegen. Diese stammen v.a. aus dem Anstieg von Fremdwährungsreserven der BoI (7,8 Mrd. $) und von Investitionen in handelbaren Wertpapieren (6 Mrd. $).

Der Wert der Finanzanlagen von nichtansässigen Investoren in Israel ist in der ersten Jahreshälfte 2009 um 12 Mrd. $ gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 6,6%. Der Anstieg ist auf die steigenden Preise an der Tel Aviv Stock Exchange seit Jahresbeginn zurückzuführen.

Ende Juni 2009 lag der Überschuss Israels Vermögenswerte im Ausland mit 1,2 Mrd. $ über die Verbindlichkeiten im Ausland, was einem Rückgang von rund 2,7 Mrd. $ im Vergleich zum Überschusss am Ende des Jahres 2008 entspricht.

Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) sind in der ersten Jahreshälfte auf insgesamt 1,4 Mrd. $ gestiegen.

SNB setzt expansive Geldpolitik fort

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lässt Vorsicht walten und setzt ihren gegenwärtigen geldpolitischen Kurs fort. Das bedeutet, dass die SNB an ihrer im März eingeleiteten expansiven Geldpolitik festhält. Grund: Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung ist gross, obwohl zuletzt „ermutigende Konjunktursignale festzustellen waren“. Das Zielband für den 3-Monats-Libor wird bei 0%-0,75% belassen. Die SNB unterstreicht, dass sie (1) die Wirtschaft weiterhin grosszügig mit Liquidität versorgen wird, (2) Wenn nötig, mit ihren Käufen von CHF-Anleihen fortfahren wird und (3) einer Aufwertung des CHF gegen dem Euro weiterhin entschieden entgegenwirken wird.


Inflationsprognose, Graph: SNB, Sept 17, 2009

Die SNB passt aber ihre Wachstumsprognose für das reale BIP an:
2009: -1,5% bis -2% (Die Prognose von Juni 2009: -2,5% bis -3%)

Die Prognose für die Inflation bleibt unverändert:
2009: Minus 0,5%
2010: 0,6%
2011: 0,9%.

Fazit:Für die SNB besteht weiterhin ein Deflationsrisiko und eine unverzügliche Straffung der geldpolitischen Zügel ist nicht nötig.

Exit-Strategie: Verzweifelt gesucht

Es gibt einen allgemeinen Konsens darüber, dass die massive monetäre Lockerung und der Fiskalstimulus die Welt davor gewahrt haben, in eine zweite Great Depression zu verfallen, schreibt Nouriel Roubini in einem Essay in Project Syndicate. Die grösste politische Gefahr sei jetzt der Ausstieg aus der geld- und fiskalpolitischen Lockerung. Das Problem ist, so Roubini, dass die meisten Volkswirtschaften heute kaum die Talsohle durchschritten haben. Eine zu frühe Umkehrung der geldpolitischen Impulse könnte die Wirtschaft wieder in eine Deflation und Rezession stürzen. Was ist also zu tun?

Roubini verweist auf drei Aspekte: (1) Die einzelnen Länder haben unterschiedliche Kapazitäten, die öffentlichen Schulden zu tragen. Das ist abhängig von ursprünglichem Defizit, der bestehenden Schuldenlast, der politischen Glaubwürdigkeit. Kleinere Volkswirtschaften wie manche in Europa, welche hohe Defizite haben und steigende Staatsverschuldung aufweisen, müssen fiskalpolitische Anpassung früher anpacken, um Risiken wie eine Herunterstufung von Länderbonität oder eine öffentliche Finanzkrise zu vermeiden. (2) Wenn die politischen Entscheidungsträger sich glaubwürdig verpflichten, Steuern zu erheben und öffentliche Ausgaben zu verringern, z.B. in 2011, dann würde der Gewinn an Vertrauen im Markt weiterhin eine lockere Fiskalpolitik ermöglichen, welche kurzfristig zur Erholung beitragen würde. (3) Die geldpolitischen Behörden sollten Kriterien angeben, die sie verwenden werden, um zu entscheiden, wann die mengenmässige Lockerung („quantitative easing“) umzukehren ist, und wann und wie schnell die Leitzinsen normalisiert werden. Selbst wenn die Lockerung der Geldpolitik später als früher zu Ende geführt werden sollte, brauchen Marktteilnehmer im Voraus Klarheit über die Parameter, welche den Zeitpunkt und das Tempo des Ausstiegs bestimmen, so Roubini.

Produktionslücke

Warum ist die Produktionslücke (output gap) eine anhaltende Tragödie? Weil nicht die Löhne, sondern die effektive Nachfrage Produktion und Beschäftigung bestimmen. Die Gesamtnachfrage bestimmt das Outputniveau. Die Beschäftigung hängt also von der effektiven Nachfrage ab. Niedrigere Löhne führen zu geringeren Einkommen, was sinkende Konsumgüternachfrage zur Folge hat.

Es ist daher realitätsfern, wenn Arbeitgeber wie beispielsweise in Deutschland und Österreich Lohnsenkungen fordern. Denn es ist empirisch offensichtlich, dass die Deflation die Wirtschaftsaktivität erlahmt. Wenn die Preise sinken, warten Unternehmen mit Investitionen ab, weil der finanzielle Aufwand in Zukunft geringer sein wird. Ferner: Sinkt das Preisniveau, steigt die reale Last von Schuldnern. Insbesondere Unternehmen, die (hoch) verschuldet sind, können sich Investitionen nicht mehr leisten, weil sie vorerst gegen die Bankrottgefahr kämpfen müssen. Ach übrigens: In keinem anderen Land Europas sind die Nominallöhne in den vergangenen zehn Jahren so wenig gestiegen wie in Deutschland.

Mittwoch, 16. September 2009

Produktionslücke: Eine anhaltende Tragödie

Fed-Chef Ben Bernanke hat gestern die Rezession für technisch beendet erklärt. Paul Krugman zeigt in seinem Blog anhand einer anschaulichen Abbildung auf, wie gross die Differenz zwischen dem technischen Ende der Rezession und dem, was eine annähernd zufriedenstellende Wertentwicklung darstellt, ist. „Wir sind jetzt etwa 8% unter dem Niveau, wo wir sein sollten“, hält Krugman fest, was das BIP-Wachstum betrifft. Das bedeute ein Output-Verlust in Höhe von 1'000 Mrd. $ jährlich. Plus Massenarbeitslosigkeit, bemerkt Nobelpreisträger für Ökonomie.


Real GDP: USA, Graph: Prof. Paul Krugman

Die graphische Darstellung zeigt den aktuellen BIP-Verlauf seit Anfang der Rezession und dem, wie sich das BIP ohne Rezession entwickelt hätte. Krugman deutet an, dass es nicht absonderlich wäre, eine double-dip recession (zu Gefahr eines erneuten Rückfalls der Konjunktur hier und hier) zu erwarten. In einem rationellen politischen und wirtschaftlichen Umfeld wären die Auswirkungen (all dieser Befunde, meine Anmerkung) klar. Wir brauchen mehr Stimulus. Ja, das würde die Staatsverschuldung erhöhen, aber ist es nicht wert, zu versuchen, die Produktionslücke (output gap)zu schliessen, die unser Potenzial zum Wachstum in Höhe von mehr als 1'000 Mrd. $ jährlich verschwendet? Offenbar nicht, schliesst Krugman seine kurze, aber prägnante Analyse ironisch ab.

Mehr zu Produktionslücke (output gap): hier.

TIPS: Rendite verläuft unter 5-Jahresdurchschnitt

Die Differenz zwischen der Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen und der Rendite der inflationsgeschützten Anleihen (TIPS), welche die Verbraucherpreiserwartungen der Bondhändler widerspiegelt, stieg gestern laut Bloomberg leicht auf 1,85%. Der Spread betrug zwar im Dezember 2008 beinahe Null Prozent, aber verläuft nach wie vor deutlich unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von 2,19%. Die Fed plant, wie sie gestern auf ihrer Internetseite mitgeteilt hat, als Teil ihres Programms, Kreditkosten der Verbraucher zu senken, Anleihen mit der Laufzeit von August 2010 bis April 2011 zu kaufen. Die US-Notenbank hat bereits Staatsanleihen mit der Laufzeit von Februar 2010 bis August 2022 im Wert von 2,05 Mrd. $ erworben. Die Fed gibt bekanntlich für den Aufkauf von Staatspapieren 300 Mrd. $ aus, um den Kreditmarkt zum Auftauen zu bringen. Das Programm wird im Oktober zu Ende geführt. Die Renditen am Kreditmarkt zeigen, dass die Fed einen gewissen Erfolg aufweisen kann.


TIPS, Graph: Bloomberg.com

Der Libor-OIS-Spread (= 3 Monats Libor – OIS Satz), der das Stressausmass am Geldmarkt im Hinblick auf die kurzfristige Liquidität anzeigt, ist gestern auf 0,11% gefallen. An der Spitze hatte der Aufschlag für besicherte Kredite im Oktober 2008 einen Wert von 3,64% erreicht. Alan Greenspan, der ehem. Fed-Chef hatte im vergangenen Sommer gesagt, dass er von einer Normalisierung auf dem Kreditmarkt sprechen würde, wenn der Libor-OIS-Spread auf 0,25% fallen würde.

Der TED-Spread, als verlässlicher Indikator für das Risikomass am Interbankenmarkt gilt, fiel gestern mit 16 Basispunkten auf ihr niedrigstes Niveau seit 2004. Im Oktober 2008 war der Aufschlag für unbesicherte Kredite auf einen Rekordwert von 463 Basispunkte geklettert. Der TED-Spread misst die Risikoprämie für 3-monatige Dollar Kredite gegenüber der Rendite der 3-monatigen T-Bills (US-Schatzwechsel).

Dienstag, 15. September 2009

Israel: Inflation im August fällt auf 3,1 Prozent

Die Inflation ist in Israel im August mit 0,5% etwas niedriger ausgefallen als von Analysten erwartet(0,6%). Die annualisierte Inflation beträgt damit 3,1% (3,5% im Vormonat; 3,7% im Vorjahr) und bleibt im Zielbereich der Bank of Israel (BoI). Die Frage ist dennoch, ob die BoI die Teuerungsrate als genug verhalten einschätzt, um im September ihren Leitzins unverändert zu belassen.


Inflation August, Israel, Graph: Central Bureau of Statisticy

Die BoI hat am 25. August ihren Leitzins auf 0,75% angehoben, um die Inflation mit ihren Zielvorstellungen in Einklang zu bringen. Rund 2/3 der Inflation in den vergangenen 12 Monaten ist auf den Anstieg der Immobilienpreise zurückzuführen. Die israelischen Währungshüter haben am 1. September ihre Wachstumsprognosen nach oben revidiert. Bisher ging die BoI von einer Schrumpfung des BIP 2009 um 1,5% aus. Nun erwartet die Notenbank, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr flach verlaufen wird. Für 2010 rechnet die BoI mit einem BIP-Wachstum von 2,5%.

Die nächste BoI-Sitzung findet am 24. September statt.