Die Fed hat auf die schweren Folgen der Finanzkrise von 2008 sofort mit
dem Einsatz der unkonventionellen Geldpolitik reagiert. Die EZB hat aus dogmatischen Gründen zunächst lange gezögert. Aber
Mario Draghi, EZB-Chef hat schliesslich auch auf unkonventionelle Mittel
zurückgreifen müssen, um den EUR am Leben zu erhalten.
Insbesondere hat Draghi am 5. Juni 2014 eine Reihe von unkonventionellen Massnahmen angekündigt:
(1) Der
Satz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Refi Satz) wurde auf 0,15% gesenkt,
(2) Der Satz für Einlagefazilität wurde unter null gesetzt (-0,10%) und
(3) Eine neue Kreditvergabe (bank lending facility), genannt TLTRO
wurde geschaffen, nur für die privaten Banken (ohne Darlehen an private
Haushalte z.B. zum Hauskauf).
Zum Teil wurde die EZB-Aktion als historisch bezeichnet. Die Folgen waren wie vielfältig:
(1) Die Renditen der Staatsanleihen im Euro-Raum sind gefallen, (2) Der Euro
hat sich gegenüber dem USD abgewertet und (3) Die Aktienkurse sind in Europa,
besonders in Deutschland stark gestiegen.
Bemerkenswert ist aber, dass die Inflationserwartungen davon kaum tangiert wurden. Warum? Damit befasst sich Alejandro Badel in einem lesenswerten
Beitrag auf der Web Site (On the Economy)
der US-Notenbank St. Louis Fed.
Inflationserwartungen im
Euro-Raum (gemessen an Break-even Sätzen), Graph:
Alejandro Badel in St. Louis Fed




