Samstag, 21. Mai 2011

Bankschliessungen: Anzahl steigt auf 43

Die FDIC (Einlagensicherungsbehörde) hat am Freitag laut Washington Post 3 Banken in Georgia (2x) und Washington geschlossen. Damit ist die Anzahl der Banken, die im Jahre 2011 verstaatlicht wurden, auf 43 gestiegen, nachdem im Vorjahr insgesamt 157 Banken gescheitert sind. Das Tempo der Bankschliessungen hat sich verlangsamt. Zu diesem Zeitpunkt vor einem Jahr waren 73 Bankenpleiten gezählt.

Die verstaatlichten 3 Banken verfügen über ein Anlagevermögen von insgesamt 1'615,6 Mio. $. Die Kosten der geschlossenen 3 Banken betragen für die öffentliche Hand  445,70 Mio. $.

Bankpleiten:
2011: 43
2010: 157
2009: 140
2008: 25
2007: 3

Freitag, 20. Mai 2011

Griechenland: Inverse Zinsstrukturkurve

Deutet die inverse Ertragskurve auf eine Umschuldung oder eine eigenartige Situation hin?


Griechenland: Staatsanleihen, Renditekurve, Graph: Greg Peters, Morgan Stanley
Die blaue Kurve ist der aktuelle Verlauf. Die gelbe Kurve zeigt den Verlauf vor einem Monat.

Drängt die EZB Griechenland aus der Eurozone?

Würde Griechenland seine Staatsschulden umstrukturieren, würde die EZB seine Anleihen nicht mehr als Sicherheit (collateral) annehmen, hat Jürgen Stark, Mitglied des Direktoriums der EZB am Mittwoch laut FT Alphaville gesagt.

Wow! Das ist eine waghalsige Politik. Denn es handelt sich dabei um Operationen, was die Liquidität betreffen, die sich in den letzten Monaten als Lebensader für Griechenland erwiesen haben. Die Gelder, die die griechischen Banken bei der EZB aufgenommen haben, sind Ende März auf 87 Mrd. Euro geklettert.

Es wird nun deutlicher, dass die EZB sich allem Anschein nach hartnäckig gegen eine Umschuldung Griechenlands stellt. Die EZB opfert das griechische Bankensystem, bemerkt Kash Mansori in seinem Blog. Aber warum?

Verfrühte Sparmassnahmen – Erhöhte Arbeitslosigkeit

Die Republikaner drohen, grundsätzlich die Wirtschaft in die Luft zu sprengen, wenn der Haushalt nicht gross genug gekürzt wird, zumindest gross genug, um die Erholung der Wirtschaft zu gefährden, einschliesslich die Erholung der Beschäftigung und um die sozialen Programme zu Gunsten von Mitte und unteren Schichten zu kürzen.

Am Montag hat John Boehner, der Sprecher des Repräsentantenhauses in einer Rede angekündigt, dass die GOP Ausgabenkürzungen fordert, die sich mit der Schuldengrenze decken oder sie überschreiten. „Ohne deutliche Kürzungen und Änderungen der Art und Weise, wie wir das Geld der Amerikaner ausgeben, wird es keine Erhöhung der Schuldegrenze geben“, sagte Boehner. Und die Kürzungen sollen demnach in Billionen von Dollar, nicht Milliarden erfolgen.

Mark Thoma befasst sich in einem lesenswerten Beitrag („John Boehner’s Premature Austerity“) in CBS MoneyWatch mit dem Ausmass der Auswirkungen des republikanischen Vorhabens auf die Wirtschaft.

Schuldengrenze-Krise

Die USA haben am Montag die gesetzlich festgelegte Schuldengrenze (debt ceiling) überschritten. Der amerikanische Finanzminister Tim Geithner hat aber eine Vielzahl von Möglichkeiten, noch bis zum 2. August dafür sorgen, dass der Staat seine Rechnungen begleicht. Was passiert aber dann? Niemand weiss es genau, aber die Staatseinnahmen decken rund 60% der Staatsausgaben. Das heisst, dass die US-Regierung die Ausgaben sofort um ca. 40% reduzieren muss, schreibt Alan Blinder in einem lesenswerten Artikel („The Debt Ceiling Fiasco“) in WSJ.

Geithner könnte schreckliche Fragen aufwerfen: Hören wir damit auf, Schecks für Sozialleistungen oder für Sold auszustellen oder Zinszahlungen an die chinesische Regierung zu leisten? Solche quälenden Entscheidungen sind Grund dafür, warum ein Zahlungsverzug (default) unvorstellbar ist, bemerkt der an der Princeton University lehrende Wirtschaftsprofessor.

Sollte es aber so weit kommen, wären die Folgen schwerwiegend. Blinders Sorge ist nicht ein kompletter Zahlungsverzug (default), sondern die folgenden Punkte:

Donnerstag, 19. Mai 2011

Haushaltsdefizit versus Arbeitslosigkeit

Mark Thoma macht in seinem Blog auf die folgende Abbildung aufmerksam. Es geht um die Anzahl von Artikeln in den grossen amerikanischen Zeitungen, in denen das Thema „Defizit“ und „Arbeitslosigkeit“ erwähnt wird.


Augenmerk richtet sich nach dem Thema „Haushaltsdefizit“, Graph: The Atlantic via Prof. Mark Thoma

Interview: Prof. Tim Duy, University of Oregon

Tim Duy is a Professor of economics and director Oregon Economic Forum, Department of Economics, University of Oregon.



Regarding the vacant seats at the Fed: What qualities are the new members of the Federal Reserve supposed to bring particularly in order to tackle the problems in the aftermath of the financial crisis?

My largest concern at the moment is the possibility of an effort to fill the current vacancies with individuals ideologically-biased toward “hard money.”  There is already an internal bias toward normalizing the Fed’s operations as soon as possible via a reduction of the balance sheet despite the acknowledged high rates of unemployment and large output gaps.  I think it would be an error to try to pack the Fed with persons committed to accelerating the pace of that process regardless of the current state of the economy – it risks repeating the mistakes of 1937, when policy turned contractionary prematurely.  Instead, I would prefer candidates who can be flexible, willing to withdraw monetary accommodation when necessary, but not predisposed to immediate, aggressive action.  Ideally, they would also be well-versed in theoretical and empirical macroeconomics and/or the activities, structure, and regulation of financial markets.  It seems pretty apparent at this point that the latter skills are likely to play a greater role in policymaking in the future.