Donnerstag, 26. Juli 2012

Swiss Currency Area


Switzerland is a kind of monetary union. Swiss Confederation consists of 26 cantons and 2’495 communes. Under the Federal Constitution, all cantons have equal rights, and in comparison with the situation in other countries, they have a high degree of independence. They enjoy a large degree of latitude in health care, education and culture.

Switzerland is with 7.8m inhabitants a multilingual country. The laws are formulated as clearly as possible in the official languages of German, French and Italian.

Some cantons are more indebted than others. Some cantons are economically weaker than others. But the currency union works in spite of cultural differences. Why? It is because of institutions.

Switzerland has Swiss Francs (CHF) as a common currency for its different kind of economic regions. As Paul Krugman explains in his bookEnd This Depression, Now!”, certain conditions must be met in order to make a currency union work from the perspective of economic theory. The model is an optimum currency area (OCA), which must be pursued. This means that the advantages have to outweigh the disadvantages of a common currency.

The cantons in Switzerland are closely intertwined, so that there are substantial benefits that they all have the same currency. The cantons have only limited possibilities for economic stabilization. And they have mainly no monetary policy as a relevant instrument of economic policy.

As regards the criteria labor mobility (Robert Mundell) and fiscal integration (Peter Kenen) Swiss Cantons suite for a single currency (very) well. 

Mittwoch, 25. Juli 2012

Von wegen Crowding-out!


Paul Ryan hatte im März 2011 den Teufel an die Wand gemalt. Zur Erinnerung: Der Vorsitzende des einflussreichen Haushaltsausschusses im US-Kongress hat wegen Haushaltsdefizit wiederholt vor Crowding-out gewarnt.

Vor diesem Hintergrund deutet Menzie Chinn in seinem Blog auf die um die Inflation bereinigte Rendite der US-Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit hin.

Die Rendite beträgt Minus 0,67%.


US TIPS (10Jahre) Rendite, Graph: FRED via Prof. Menzie Chinn
(TIPS: inflationsgeschützte Staatsanleihen)

Euro-Krise und Panik-Knopf


Er habe es nicht für möglich gehalten, dass sein Vertrauen in die Fähigkeit der europäischen Politiker, den Kontinent aus der Krise zu ziehen, weiter sinken würde, schreibt Tim Duy in seinem Blog.

Warum? Weil er praktisch von Anfang an kein Vertrauen hatte.

Die europäischen Politiker haben aus der griechischen Erfahrung nichts gelernt. Man bekommt das Gefühl, dass das Rezept richtig gewesen sei, aber der Patient einfach nicht bereit ist, die Medizin zu nehmen, legt der an der University of Oregon lehrende Wirtschaftsprofessor dar. Wo Griechenland scheiterte, werde Spanien erfolgreich sein oder zumindest ist es aus Sicht der EU zu hoffen.

Doch trotz offensichtlich klarer und gegenwärtiger Gefahr für das Eurozone- Projekt und noch wichtiger als das Projekt, für die Wirtschaft, worauf Millionen von Menschen angewiesen sind, scheint es keine Panik in den offiziellen Kreisen zu geben“, argumentiert Duy.

Es gibt kein Anzeichen für die Notwendigkeit, dass die Politik neu bewertet werden müsste. Und es gibt kein Anzeichen dafür, dass die Gefahr im Verzug ist. Niemand lässt sich aus der Ruhe bringen, dass unbegründete und falsche Gerüchte über einen „Grand Plan“ zirkulieren.

Das Fehlen von Panik ist laut Duy geradezu beängstigend. Ist Europa völlig frei von neuen Ideen? Oder ist jeder einfach nur im Urlaub?

Katastrophale Wirtschaft und rekordtiefe Renditen


Die Renditen der Staatsanleihen fallen im Euro-Raum weiter. In Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, den Niederlanden  und Österreich haben die Renditen inzwischen zum Teil auch negative Werte verbucht.

Aber auch ausserhalb des Euro-Raums erreichen die Renditen immer neue Tiefs. Zum Beispiel in Dänemark, Grossbritannien und Schweden. In der Schweiz sind die Geldmarktzinssätze seit einem Jahr negativ. Die letztgenannten Länder verfügen über eigene Landeswährung.

Nun tauchen plötzlich Möchtegern-Experten auf und behaupten, dass es sich dabei um eine Blase handelt. Kaum glaubhaft. Es gibt aber andere Stimmen, wie die z.B. von FT Alphaville. Die FT-Bloggers vertreten seit geraumer Zeit mit aller Intensität die Ansicht, dass die Renditen auf rekordtiefen Niveaus auf einen globalen Mangel an sicheren Anlagen zurückzuführen sind.

Auch der IWF in einem Bericht den Mangel an sicheren Anlagen hervorgehoben. Die Idee, die dahinter steckt, ist, dass die langfristigen Zinsen für die USA, Grossbritannien und jedes andere Land mit eigener Währung, welche keine hohen Schulden in Fremdwährung hätten, die verzweifelte Suche der Investoren nach sicheren Anlagen widerspiegele.


Japan Staatsanleihen (10Jahre) Rendite, Graph: Prof. Paul Krugman

Dienstag, 24. Juli 2012

Konjunkturpakete und Depression: Henne-Ei-Problem?


“Wenn Staatsausgaben tatsächlich Wohlstand schaffen würden, wenn Paul Krugman Recht hätte, dann gäbe es keinen einzigen Menschen in Armut auf der Welt“, sagt Brian Wesbury (via Business Inside).

„Jede Volkswirtschaft würdee dann um 4% wachsen, mit einer Arbeitslosenquote von 4%. Aber es ist nicht wahr“, fügt der Chefökonom von First Trust Advisors hinzu.

Was für eine unqualifizierte Aussage!

Warum gibt es in der fast fünf Jahre anhaltenden Finanzkrise immer noch Leute, die nicht aufhören, zu sagen: „Sie behaupten, dass Staatsausgaben Arbeitsplätze schaffen können. Aber warum boomt die griechische Wirtschaft dann nicht? Huh?“

Bemerkenswert ist, dass niemand jemals gern zugibt, alles falsch vorausgesagt zu haben. Völlig dumme Irrtürmer verschwinden irgendwie nicht, sondern sie verbleiben in voller Kraft, egal, wie dumm sie sind.

Man könnte meinen, dass die vorbehaltliche Natur der Aussage vergessen wird: expansive Fiskalpolitik hat einen positiven Effekt, wenn die Wirtschaft depressiv ist und die Geldpolitik die Wirtschaft nicht ankurbeln kann. Das ist ein typischer Fall, wenn die Wirtschaft in einer Liquiditätsfalle steckt, erklärt Paul Krugman in seinem Blog.

Warum sind Swap Spreads negativ?


Die Swap Spreads sind i.d.R. höher, weil sie sich aus variablen Zinssätzen ableiten lassen, die auf Ausfallrisiko (credit risk) beruhen.

Die Swap Spreads sind negativ, weil die Nachfrage nach festen Zinssätzen stark ist. Marktteilnehmer wollen variable Sätze gegen fixe Sätze tauschen (swap). Das heisst, dass sie „variable“ verkaufen, und „fixe“ kaufen wollen.

Ein aktuelles Beispiel:

Benchmark Swap Spread = Swaps (USD) – US Treasury Bonds (Rendite)

= 1.643 – 1.513 = 13 Basispunkte (für 10 Jahre)
= 2.372 – 2.614 = -24.2 Basispunkte (für 30 Jahre)

Die Swap Spreads für 10 Jahre verlaufen aufgrund des Anleihekaufprogramms der US-Notenbank mittlerweile wieder im positiven Bereich. Das deutet eigentlich auf eine Re-Normalisierung hin.


US-Swap Sätze, Graph: Jonathan Marymor, Morgan Stanley

Schweiz: Geldmultiplikator und Negativ-Inflation


Die SNB hat gestern das Statistische Monatsheft Juli 2012 veröffentlicht. Demnach ist die Notenbankgeldmenge (nach Verwendung) in der Schweiz Ende Juni auf 273,9 Mrd. Franken gestiegen. Das bedeutet ein Anstieg um 57,10 Mrd. Franken gegenüber dem Vormonat.

Vor einem Jahr im vergleichbaren Monat lag die Notenbankgeldmenge auf 74,6 Mrd. Franken. Das bedeutet einen Anstieg um 267,1% innert 12 Monaten. Die massive Ausweitung der Notenbankgeldmenge hat aber nicht zu einem Anstieg der Inflation geführt. Ganz im Gegenteil ist die Inflation in der Schweiz negativ. Die Kerninflation liegt sogar noch tiefer im Minus.

Ist das Umfeld der Wirtschaft depressiv, braucht man sich keine Sorgen um inflationäre Folgen von Geldschöpfung zu machen. Wie das Konzept der Liquiditätsfalle nahelegt, sind nicht einmal die Zinsen auf der Nullgrenze tief genug, ausreichend Ausgaben zu induzieren, um die Vollbeschäftigung wiederherzustellen. Wenn die Wirtschaft in einer Liquiditätsfalle steckt, ist das Drucken von Geld nicht inflationär.


Schweizer Notenbankgeldmenge (M0), Graph: SNB, Statistisches Monatsheft, July 2012