Der grösste Anleihefonds der Welt verkauft US-Staatsanleihen. Ist das ein dramatisches Alarmsignal für die Weltwirtschaft, wie es den Mainstream-Medien zu entnehmen ist? Keineswegs. Ganz im Gegenteil. Es handelt sich dabei um gute Nachrichten für die Weltkonjunktur und die Aktienmärkte. Der grösste Rentenfonds der Welt stosst sämtliche Staatsanleihen nicht ab, weil Bill Gross, Pimco-Fondsmanager glaubt, dass der US-Staat bankrott ist, wie er gestern in einem TV-Interview selbst gesagt hat, sondern weil er mit steigenden Renditen rechnet. Gross denkt, dass die Preise der US-Treasury Bonds nicht weiter zulegen werden. Die Renditen steigen, wenn die Anleihepreise fallen. Im Übrigen hat Gross nicht alle US-Staatsanleihen verkauft. Er behält die Papiere, nämlich die T-Bills mit einer Restlaufzeit von 1 Jahr und weniger als 1 Jahr noch im Portfolio. Gross bringt damit seine Erwartung zum Ausdruck, dass „die Überbewertung der Staatsanleihen bislang von der Kaufkraft der US-Notenbank abhängig war“. Wer soll die Staatspapiere zu welchen Preis kaufen, wenn die Fed das Anleihekaufprogramm (QE II) im Sommer zu Ende führt?, fragte er in seinem TV-Auftritt.
Versteigerung: US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit, Graph: Igor Cashyn & Jim Caron & Ting Cui, Morgan Stanley



