Dienstag, 23. August 2011

Wie die Finanzbranche dem Staat auf der Tasche liegt


Die Banken haben sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor rund drei Jahren immense Summen an Hilfskrediten durch die Fed gesichert.

Die US-Notenbank hat die Wall Street mit 1‘200 Mrd. $ gestützt. Die Herausgabe dieser Daten wurde von der Nachrichtenagentur Bloomberg auf Basis des Freedom of Information Act erzwungen.

Fast die Hälfte der Top 30 der Kreditnehmer bei der Fed waren europäische Finanzunternehmen. Die Deutsche Bank, die während der Finanzkrise pathetisch verkündet hatte, keine direkten Hilfen von der deutschen Regierung bekommen zu haben, steht mit 66 Mrd. $ auf der 9. Stelle der Liste, was die Vergabe der Fed-Kredite betrifft.

Fazit: Die Gewinne dürfen privatisiert werden, während die Verluste sozialisiert werden. Die Frage, warum alle Unternehmen, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, um Gewinn zu maximieren, nicht direkt verstaatlicht werden, bleibt unbeantwortet. Der Reichtum der Finanz-Oligarchie wird aber weiter von Steuerzahler mitfinanziert.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Naja... die Versorgung der Banken mit Liquidität durch die Notenbank als "staatliche Hilfe" zu bezeichnen ist evtl. etwas zu weitgehen. Und welche "Verlustsozialisierung" meinen Sie in diesem Zusammenhang?

Johann Grabner hat gesagt…

eben. Kredite sind keine "Staatshilfen" sondern übliche Instrumente der Zentralbanken. Die Fed ist da dank Bernanke's Erfahrung mit Japan und seinen Forschungen zur Great Depression flexibler. Eigenkapitalausstattung etwa durch den Soffin oder TARP sind "Hilfen", und damit hat die USA ja auch ein gutes Geschäft gemacht. Kein Wunder: man stelle mir in einer beliebigen Krise unendlich viel Geld zu Verfügung und ich werde auch reich.