Dienstag, 26. Mai 2015

Bank of Israel belässt Leitzins unverändert bei 0,1 Prozent

Die Bank of Israel (BoI) hat beschlossen, den Benchmark Zinssatz unverändert bei 0,10% zu belassen. Die Gouverneurin Karnit Flug hat angesichts der jüngsten Inflationsdaten keine Änderung der Geldpolitik in absehbarer Zeit in Aussicht gestellt.

Die Inflation, gemessen am Konsumentenpreisindex (CPI) lag in Israel in den vergangenen 12 Monaten auf minus 1 Prozent. Die Inflationserwartungen für die nächsten 12 Monate belaufen zur Zeit auf 1,1%, was im unteren Bereich der Zielinflation bleibt.


Die Inflation in Israel ist seit September im negativen Bereich, Graph: Morgan Stanley

Konjunkturprogramm, mit Anleihen oder mit Geld finanziert?

Wenn in den nächsten ein bis zwei Jahren etwas Ernstes schief geht, oder eine andere Finanzkrise ausbricht, ist die Geldpolitik nicht ausreichend ausgestattet, schreibt Simon Wren-Lewis in seinem Blog.

Natürlich ist es eine gute Idee, in einer Rezession, wenn die nominalen Zinsen nahe null liegen (zero lower bound), über ein Konjunkturprogramm (fiscal stimulus) zu verfügen.

Doch ist Helicopter Money (Geldabwurf aus dem Helicopter), welches im Wesentlichen wie eine Steuersenkung wirkt, nicht seine ideale Form von Fiscal Stimulus, bemerkt der an der Oxford University lehrende Wirtschaftsprofessor weiter, weil damit eine gewisse Unsicherheit einhergehe, wie viel davon von Konsumenten ausgegeben werde.

Wren-Lewis würde daher zusätzliche öffentliche Investitionen bevorziehen, wofür es sowohl mikroökonomische als auch makroökonomische starke Argumente gibt. Die Regierungen sollten deshalb weiter aufgefordert werdenn, dies zu erkennen. Aber wir müssen auch die peinliche Tatsache einsehen, dass die Politiker daran nicht interessiert sind.

Aus Sicht der Politik geniesst die Notwendigkeit, Haushaltsdefizite abzubauen, die erste Priorität. Der jüngste Wahlsieg der Konservativen in Grossbritannien hinterlässt sogar den Eindruck, wie wenn  die Besessenheit von Haushaltsdefizit in der Politik eine wirtschaftliche Strategie wäre, die von Erfolg gekrönt ist.

Montag, 25. Mai 2015

Chinas Staatsanleihen

Die Bonität der langfristigen Staatsanleihen Chinas in Landeswährung lautet nach Moody’s auf Aa3, nach S&P auf AA- und nach Fitch auf A+.

Im Vergleich zu Staatsanleihen in anderen high-rating-Ländern bieten chinesischen Staatspapiere ordentliche Renditen, wie Analysten von Morgan Stanley in einer aktuellen Analyse unterstreichen.

Zudem erscheinen Chinas Staatsanleihen angesichts der geringen Volatilität attraktiv gegenüber Benchmarkanleihen aus Asien. Schliesslich ist das Währungsrisiko einer der wichtigsten Treiber für Anleiheinvestoren.


Chinas Staatsanleihen bieten ordentliche Renditen im Vergleich zu Staatsanleihen aus anderen Ländern mit respektablen Ratings, Graph: Morgan Stanley

Sonntag, 24. Mai 2015

QE fürs Volk

Die britische Regierung geht davon aus, dass die Krise vorbei ist und animal spirits des privaten Sektors wieder wachwerden und die Zinsen sich allmählich wieder normalisieren.

Die politische Entschscheidungsfindung beruht auf Hoffnung. Eine wirklich verantwortliche Regierung braucht einen Plan für den Fall, dass die Hoffnung sich nicht erfüllt, schreiben Mark Blyth, Eric Lonergan und Simon Wren-Lewis in einem lesenswerten Artikel („Now the Bank of England needs to deliver QE for people“) in The Guardian.

Wenn die britische Notenbank (BoE: Bank of England) die Führung übernehmen soll, auch als lender of last resort, sollte sie zumindest über Werkzeuge verfügen, um die Aufgabe zu bewältigen, unterstreichen die Autoren weiter.

Wenn die Fiskalpolitik aus ideologischen Gründen nicht eingesetzt wird und die geldpolitischen Mittel erschöpft sind, schlagen Blyth, Brown University, Wren-Lewis, Oxford University und Lonergan, Fund Manager vor, dass die Regierung ein Gesetz erlässt, um die BoE zu ermächtigen, Zahlungen direkt an den privaten Haushaltssektor zu bewerkstelligen.

Die Rede ist also von „QE für das Volk“. Damit wäre die BoE gut ausgerüstet, einen drastischen Einbruch der Wirtschaft, verursacht durch interne und externe Faktoren, wie z.B. durch einen deflationären Schock aus China oder US-Rezession oder einen anhaltenden Abschwung in der Eurozone zu mildern.

EZB und Liquidität am Anleihemarkt im Sommer

Trotz des jüngsten Anstiegs der Renditen im Euro-Raum deutet das 4-Faktor-Regressionsmodell auf einen fair value von 1,405% für German Bunds mit 10 Jahren Laufzeit hin, wie Analysten von Morgan Stanley in einer aktuellen Analyse berichten.

Die Rendite der deutschen Staatsanleihen sieht aus dieser Perspektive heute um rund 80 Basispunkte zu niedrig aus.

Die technischen Daten sind natürlich mit Vorsicht zu geniessen, zumal die Geldpolitik längst an ihre Grenzen gestossen ist und die Fiskalpolitik ein Tabu bleibt und die Wirtschaft immer noch in einer Liquiditätsfalle steckt.

Bemerkenswert ist aber, dass die Realrenditen auch nach der Anpassung in den vergangenen zwei Wochen im negativen Bereich verweilen, was nahelegt, dass die Märkte in absehbarer Zeit keine Zinserhöhung durch die EZB erwarten.


Die Realrenditen gemessen an Inflation Swaps (10y10y EUR) sind im Euro-Raum immer noch negativ, Graph: Morgan Stanley

Samstag, 23. Mai 2015

Renminbi unter Top Fünf

Der Renminbi (RMB) gehört weltweit zu den fünf am meisten gehandelten Währungen. Die chinesische Währung hat damit im globalen Handel CAD, AUD und CHF hinter sich gelassen.

Die chinesischen Behörden sind seit geraumer Zeit bemüht, die Landeswährung bei internationalen Transaktionen für Investoren schmackhaft zu machen, durch schrittweise Öffnung der Finanzplätze wie z.B. Schanghai und Shenzhen, wie Morgan Stanley berichtet.

Chinas Regierung engagiert sich 2015 um Konvertibilität der Kapitalverkehrsbilanz. Das Ziel ist, die Kapitalverkehrsbilanz wahlweise mit makroprudenziellen Instrumenten zu liberalisieren.

Peking ist bereits Mitglied beim IWF und will nun, dass der Renminbi in den IWF-Währungskorb (SDR: Special Drawing Rights) aufgenommen wird. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg wäre, ausländischen Fonds zu erlauben, in inter-bank Bond Markt zu investieren.


Chinas Landeswährung Renminbi ist mittlerweile das fünfte Zahlungsmittel der Welt, Graph: Morgan Stanley

Freitag, 22. Mai 2015

Wie politisch ist die Debatte über die Konjunkturpolitik?

Die Klage darüber, warum wir nicht miteinander auskommen können, ist sicherlich ein politischer Versuch, die Austeritätspolitik in Schutz zu nehmen. Denn es heisst, dass es enttäuschend sei, dass die Debatte über die Konjunkturpolitik zur einer Links-Rechts-Sache wird oder bereits wurde.

Die Debatte über die Konjunkturpolitik war aber immer eine Links-Rechts-Sache, wie Paul Krugman in seinem Blog unterstreicht.

Genauer gesagt waren die Rechten immer zutiefst abgeneigt gegenüber der Vorstellung, dass die expansive Fiskalpolitik überhaupt hilfreich oder die Austerität überhaupt schädlich sein kann. Und die Rechten waren auch gegen die expansive Geldpolitik die meiste Zeit feindlich gesinnt.

Die Politisierung der makroökonomischen Debatte ist ausserdem nicht irgendein Zufall. Es hat offenbar tiefe Wurzeln, hebt Krugman hervor.

Eigentlich wurde in der amerikanischen Blogosphäre viel darüber geschrieben. Es wurde u.a. vermerkt, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg eine konzertierte und schändliche Bemühung gab, durch Konservative und die Geschäftswelt, die Lehre von Keynesianismus in den Universitäten zu verhindern.