Sonntag, 4. Januar 2015

Ultra-Niedrige Renditen verheissen nichts Gutes für 2015

Wer 2014 in deutsche Staatsanleihen investiert hat, ist heute besser gefahren,  als wenn deutsche Aktien für die Geldanlage vorgezogen worden wären.

Zu Beginn von 2015 stechen nun negative Renditen am kurzen Ende der Ertragskurve ins Auge: Für 2 Jahre -0,12% und für 5 Jahre -0,01%. Bundespapiere mit 10 Jahren Laufzeit rentieren sogar 0,50 Prozent.

Das alles deutet nicht auf die Stärke, sondern die Schwäche der Wirtschaft hin. Der Break-even Satz für deutsche Staatspapiere mit 5 Jahren ist zuletzt weiter unter die Null-Marke gefallen: Minus 0,15%.

Es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Niedriginflation, auch wenn sie auf den ersten Blick für eine bestimmte Wachstumsrate des Nominaleinkommens Einkommenszuwachs bedeutet, die nominale Einkommenszuwachsrate eins zu eins verringert.

Ausserdem erhöht die Niedriginflation die reale Last der Schulden, wenn v.a. die nominalen Zinsen nahe Nul liegen (zero lower bound).

Die  Tatsache, dass die EZB die Zielinflation seit geraumer Zeit unterläuft, bedeutet kontraktive Auswirkung auf das verfügbare Einkommen, weil Schuldner die Ausgaben stärker kürzen als Gläubiger die Ausgaben erhöhen. Zur Erinnerung: Die Ausgaben des einen sind die Einnahmen des anderen.

Das im Euro-Raum im allgemeinen sinkende Rendite-Niveau (gemessen an Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit; Frankreich 0,78%, Spanien 1,50%, Italien 1,74%, Portugal 2,42% legt nahe, dass Europas Problem nicht fiskalisch war und auch heute noch nicht ist. In einer Wirtschaft, die an der Null-Zinsgrenze steckt, helfen Bemühungen um Haushaltskonsolidierung nicht weiter, wenn v.a. die Nachfrageschwäche anhält.

Gemäss einer von FT heute veröffentlichten Umfrage erwartet die Mehrzahl der befragten Ökonomen eine negative Inflation im Euro-Raum 2015. Das verheisst nichts Gutes für das neue Jahr.


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