Samstag, 21. Mai 2011

Wiederbelebung des verarbeitenden Gewerbes

Eine wichtige Komponente der Wende im verarbeitenden Gewerbe ist darauf zurückzuführen ist, dass die Obama-Regierung die Ratschläge der rechten Ideologen des politischen Spektrums ignoriert hat, beschreibt Paul Krugman in seiner lesenswerten Freitagskolumne („Making Things in America“) in New York Times.

Das verarbeitende Gewerbe, einmal Amerika’s grösste Stärke, schien endgültig im Niedergang. Aber das dürfte sich jetzt ändern: Das verarbeitende Gewerbe ist gegenwärtig einer der Lichtblicke einer insgesamt enttäuschenden Erholung der Konjunktur. Eine anhaltende Aufholjagd schickt an, legt Krugman dar. Hätten sich rechtsnationale Kritiker durchgesetzt, würde das Comeback aber heute nicht stattfinden.

Der Träger des Wirtschaftsnobelpreises (2008) will nicht den Eindruck erwecken, als wäre alles wunderbar im verarbeitenden Gewerbe der USA. Doch es ist besser, diese Arbeitsplätze zu haben, als gar keine Arbeitsplätze.


Erholung im verarbeitenden Gewerbe Amerikas, (Bilanz der Fertigung in % des BIP), Graph: Prof. Paul Krugman

Was die Wende antreibt, ist der US-Dollar. Die amerikanische Währung, die gegenüber anderen Währung an Wert verloren hat, erweist sich als Kostenvorteil für die US-Fertigung. Ein schwächerer Dollar ist, wie es sich herausstellt, was die US-Industrie braucht.

Es ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, dass die politischen Rechte die Fed ständig unter Druck setzen, den Dollar stärker, nicht schwächer zu machen.

Dann gibt es die Frage der Autoindustrie. Hätte Präsident Obama GM und Chrysler nicht gerettet, wäre sie wahrscheinlich implodiert. Und das hätte den Rest der Autoindustrie der USA unterminiert, weil wesentliche Lieferanten untergegangen wären. Hunderttausende von Arbeitsplätzen sind auf dem Spiel gestanden, schildert Krugman.

Doch wurde Obama wegen dieser Massnahmen hart angeprangert. Ein republikanischer Kongressabgeordneter sagte sogar, dass die Regierung damit „dem Kapitalismus Krieg erklärt“ hat.

„Während wir noch zutiefst beunruhigt über die Wirtschaft sind, gibt es eine gute Nachricht, dass die Amerikaner wieder einmal tatsächlich gute Dinge tun. Und das ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Fed und die Obama-Regierung auf die Vorschläge der rechten Ideologen nicht gehört haben“, fasst Krugman als Fazit zusammen.

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