Jens Weidmann, der Präsident der Deutschen
Bundesbank kritisiert in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung die lockere Geldpolitik der EZB.
Weidmann
meint also, dass die EZB nicht zur Rettung der Euro-Zone eilen soll. Bundesbank-Präsident
vertritt damit die Interessen der Rentiers. Es sind in erster
Linie die Banken, die grosse Summen
an Krediten an die Peripherie der EU verliehen haben. Die Banken sollen nun auf
Kosten von anderen (d.h. der Peripherie der Euro-Zone) vor Verlusten geschützt
werden. Denn der Kern der Eurozone ist Kreditgeber, während die Peripherie der
Kreditnehmer ist.
Warum
wäre aber in der derzeitigen Situation etwas mehr Inflation von Vorteil?
Es
geht um das Problem der Debt-Deflation (mehr
dazu hier und hier). Weil das fallende
Preisniveau den realen Wert der Verschuldung erhöht und die ganze Wirtschaft in
eine sich verstärkende Abwärtsspirale gerät. Und es kommt am Schluss zu Depression.
Niemand will Geld aufnehmen und niemand will investieren.
Was
ist zu tun? Einfach die Geldversorgung zu erhöhen, hilft nicht weiter; es muss
viel mehr getan werden, weil die Zinsen bereits auf der Null Untergrenze
liegen. Da die Verbraucher und Investoren weitere Preissenkungen erwarten,
unternehmen sie nichts, was Konsum und Investitionen betrifft. Die Schuldner
sind aber in Bezug auf ihre Bilanzen mehr eingeschränkt als die Gläubiger (Stichwort:
Bilanz-Rezession; balance sheet recession).


